Gefunden

Museumsobjekt: Herrengeldbörse
Entstehungsdatum: um 1900
Künstler/Hersteller: unbekannt
Entstehungs/Fundort: Berlin
Technik/Material: Leder mit Seidenrips
Museum: Stiftung Stadtmuseum Berlin/ Märkisches Museum
Ort (Museum): Berlin
Bundesland: Berlin

Kommentar:

Es war um das Jahr 1900. Damals hatten die Herren noch Geldbörsen mit Leder und Seidenrips.
Erich Krause war sehr, sehr müde. Er hatte den ganzen Tag schwer gearbeitet, denn er half beim Bau des neuen Hauptsitzes der Ravenés. Den ganzen Tag hatte er Steine geschleppt und gemauert. Jetzt hatte er erstmal Schluss. Heute war Freitag. Also bekam Erich heute seinen Wochenlohn, das waren 12,55 Mark. Das reichte gerade, um eine vierköpfige Familie zu ernähren. Erich hatte einen Sohn und eine Tochter und natürlich seine Frau Wilhelmine. Aaaa, endlich kam das Schlusszeichen. Die große Kontrolluhr läutete fünfmal. Eine Kontrolluhr war zu der Zeit dafür da, um zu überprüfen, ob die Arbeiter auch genug arbeiteten. Diese Uhr schlug jetzt fünfmal. Erich hörte mit Freuden auf zu arbeiten. Da kam auch schon Herr Ravené, der Chef der Baustelle. Er sagte: „Na Krause, haben Sie sich Ihren Lohn auch verdient? Haben Sie genug gearbeitet?“ Erich Krause kochte vor Wut: Er arbeitete bis zum Ende seiner Kräfte und dieser Schnösel machte sich darüber auch noch lustig!!! Eine Frechheit!!!
„Ich will nur meinen Wochenlohn“, knurrte er ärgerlich. „Na, na, nur nicht so eilig“, meinte Herr Ravené. Jetzt musste es sich Erich Krause ehrlich unterdrücken, Herrn Ravené anzuschreien. Doch schließlich wäre er dann seine Arbeit los. Also wartete er geduldig, bis Herr Ravené ihm seinen Lohn gab. Mit 12,55 Mark mehr in der Tasche ging er von dannen. Er machte noch einen Abstecher ins Dorf, um Milch einzukaufen.
Als er in dem Laden ankam, klingelte die Glocke. Der Milchmann guckte freundlich hinter der Theke hervor. Das machte Erich gleich ein bisschen fröhlicher. „Was darf’s denn sein?“, fragte der Milchmann mit freundlicher Stimme. „Einen Liter Milch, bitte“, sagte Erich. „Das macht dann 15 Pfennig“, erwiderte der Milchmann. „Das kann nicht sein, gestern kostete ein Liter Milch nur 12 Pfennige. Ich hätte nicht gedacht, dass du mich um drei Pfennig betrügst!“, rief Erich empört. Es kam zu einer Prügelei. Erich und der Milchmann prügelten sich auf dem Boden. Schließlich lief Erich wutentbrannt aus dem Laden. Was er nicht gemerkt hatte war das Loch in seiner Hose. das hatte ihm der Milchmann reingebissen. Und genau in die Hosentasche mit dem Loch steckte Erich die Geldbörse! Als er dann nach Hause ging, merkte er nicht, wie die Geldbörse hinausglitt.

Und so wurde sie viele Jahre später gefunden und ins Museum gebracht….

kommentiert von:

Alter: 9
Ort: Berlin
Schule: Jugendkunstschule Atrium