Zeit - Heimat - Heimat - Zeit

Museumsobjekt: Standuhr
Entstehungsdatum: 1830
Künstler/Hersteller: -
Entstehungs/Fundort: -
Technik/Material: Birke/funiert
Museum: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Altes Rathaus
Ort (Museum): Leipzig
Bundesland: Sachsen

Kommentar:

Auf dem Bild ist eine Standuhr in hellpoliertem Gehäuse aus funierter Birke zu sehen. Das Zifferblatt zeigt den Stand der Sonne, des Mondes, der Sterne, Monate und Tage an. Die Uhr hat ein Werk mit Glockenspiel, 6 Choräle befinden sich auf der Walze.

Ich habe dieses Bild gewählt, weil es mich an ein bekanntes Zitat des Filmregisseurs Edgar Reitz erinnert: „Unsere Heimat ist jetzt die Zeit, nicht mehr der Ort. Aber soll man das noch Heimat nennen?“

Mein zweiter Gedanke bei der Assoziation zwischen einer Uhr und Heimat war die Kurzgeschichte „Die Küchenuhr“ von Wolfgang Borchert. Hier ein Link dazu: http://www.tyskopgaver.dk/kuechenuhr.htm . Außerdem eine kleine Erläuterung:

Die Kurzgeschichte „Die Küchenuhr“ von Wolfgang Borchert spielt in der Nachkriegszeit und handelt von einem zwanzig Jahre alten Mann, der mit zwei fremden Leuten auf einer Bank sitzt. Er zeigt ihnen eine Küchenuhr und erzählt, dass die Uhr das einzige ist, was ihm übrig geblieben sei. Das Komische war, dass die Uhr um halb drei stehen geblieben war. Das war immer der Zeitpunkt gewesen, an dem er nachts nach Hause gekommen sei und seine Mutter habe ihm dann immer etwas vom Abendessen warm gemacht.

Dieser junge Mann hat seine Heimat verloren und klammert sich mit Hilfe der Uhr an vergangene Zeiten. Die vergangene Zeit beinhaltete eine Heimat, eine Heimat die er in der Zeit des Krieges verloren hat.


Eine Frage, die man sich ebenfalls stellen kann: Ändert sich die Heimat mit der Zeit?
Meiner Meinung nach ja, denn alles ändert sich, nichts bleibt wie es ist. Ich finde es faszinierend, einer Uhr dabei zuzusehen, wie sie die Änderungen in der Zeit dokumentiert

kommentiert von:

Alter: 14
Ort: Leipzig
Schule: Max-Klinger-Gymnasium