Die Torwache

Museumsobjekt: Die Torwache
Entstehungsdatum: 1622 - 1654
Künstler/Hersteller: Carel Fabritius
Entstehungs/Fundort: Delft
Technik/Material: Leinwand
Museum: Staatliches Museum Schwerin
Ort (Museum): Schwerin
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern

Kommentar:

In einem kleinem Dorf bei Amsterdam nach dem 30. jährigen Krieg. Noch immer sind die Vorsichtsmaßnahmen hoch. Überall patrouillieren die Wachen der Deutschen mit ihren Hunden. Ich bin auch eine Wache und soll einen neuen Wachhund ausbilden. Ich lade mein Gewehr, höre Schritte. Vielleicht ein Franzose? In diesen Zeiten ist Wachsamkeit das oberste Gebot. Ich habe keine Deckung. Hinter mir ist eine Treppe. Es könnte jederzeit jemand dort hinunter kommen. Überall suchen sie Flüchtlinge. Ich habe einen Auftrag: keine unbekannte Person vorbeilassen. Meine Schärpe ist vergilbt, meine Kleidung abgewetzt und vom Marsch staubig. Schreie hallen durch die leeren Gassen des Dorfes. Überall nur Angst und Schrecken. Der Hund der mir gegeben wurde sitzt wachsam vor mir. Er ist der einzige der mir treu geblieben ist. Im Krieg sind viele meiner Kameraden gefallen, andere wurden gefangen genommen. Tausende sind Opfer geworden. Ihre Familien werden nie mehr von ihnen hören. Menschen sind im Krieg nicht menschlich, sie werden zu gefährlichen Kriegern. Hunderte habe ich erschossen. Mein Finger krümmte sich langsam am Abzug, dann ein Knall, ein durchdringender Schrei und ein Mensch sackt zu Boden. Im ersten Moment ist es ein Glücksgefühl, aber eigentlich ist es das schrecklichste was man tun kann: seines gleichen zu töten. So sind viele vor meinen Augen umgekommen. Ein Schuss aus dem Hinterhalt hätte auch mein Leben ganz schnell beenden können. Ich würde hinter meinem Schutzwall hocken, plötzlich ein laues Geräusch, Schrecken und ein durchdringender Schmerz, alles wird schwarz und... Mein Gedankenfluss erlosch denn die Schritte wurden lauter. Plötzlich kam mir eine französische wache entgegen. Ich wollte schon mein inzwischen geladenes Gewehr hochreißen da rief die Wache:" Halt! Lass die Waffe fallen" Ich zitterte, wartete gespannt auf das nächste. Die Wache kam mir bekannt vor. Sie stand im Krieg neben einem den ich erschossen hatte. Die Wache war wütend, ihr Gesicht war zerfurcht. Das Gewehr auf mich gerichtet sagte sie:"lch will mich revangieren!" Dann kam wieder so ein ohrenbetäubender Knall plötzlich sprang der Hund vor mich wollte mich schützen doch es war zu spät. Ich war getroffen. Die Wache lachte höhnisch! Plötzlich verstummte das Lachen alles wurde schwarz. Mein elendes Leben war beendet.

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Alter: 12
Ort: Schwerin
Schule: Fridericianum